[Rezension] "Heat.Beat.Love" von James Patterson


Klappentext:

Scheinbar aus heiterem Himmel schlägt Axi ihrem besten Freund Robinson einen Trip quer durch die USA vor. Robinson macht mit und verwandelt die Reise in ein verwegenes Abenteuer: Statt mit dem Greyhoundbus düsen die beiden auf einer geklauten Harley los. Sie übernachten unter freiem Himmel und schwimmen in Privatpools – und immer wieder fragt sich Axi, wann aus ihrer Freundschaft endlich mehr wird. Doch eines Morgens holt sie das Schicksal ein und es wird ihnen klar, dass sie sich vom ersten Augenblick geliebt haben und jeden einzelnen Moment des Glücks, der ihnen bleibt, auskosten wollen . . .

Meine Meinung:

Ich habe das Buch im Rahmen einer Lesechallenge bei Lovelybooks gewonnen. Hier nochmals einen riesiges Danke, dass ich teilnehmen durfte.
Mir gefiel direkt das Cover, da es direkt einen Einblick auf den Inhalt des Buchs gibt. Man kommt direkt in Sommerstimmung hat Lust auf einen Roadtrip. Das Cover fällt direkt auf, so dass man in der Buchhandlung leichter danach greift.
Ich wusste zunächst nicht, dass es sich hier eher um einen Jugendroman handelt, konnte mich aber auch sehr gut in die weibliche Hauptperson Axi hineinversetzen, obwohl sie gerade mal halb so alt ist wie ich. Ich bin sehr schnell in die Geschichte hineingekommen, da mir Axi direkt sympathisch war. Allerdings muss ich auch gestehen, dass ich ihre Beweggründe „ausreißen“ zu wollen zunächst (und leider auch teilweise bis zum Schluss) nicht ganz nachvollziehen konnte. Klar, sie hat vielleicht nicht gerade das einfachste Leben, aber ob dies dann direkt "der" Grund ist sich auf einen Roadtrip mit ihrem besten Freund zu begeben, ist mir nicht ganz klar. Da musste auf jeden Fall mehr dahinter stecken, was man am Anfang nicht so ganz nachvollziehen konnte.
Zunächst fragt man sich auch, was hinter der Freundschaft zwischen Axi und Robinson steckt, da sie auf den ersten Blick keine Gemeinsamkeiten zu haben scheinen. Dies wird aber im Laufe der Handlung aufgeklärt.

Im Verlauf des Romans nimmt die Handlung immer mehr an Fahrt auf. Die Ereignisse überschlagen sich irgendwann fast für Robinson und Axi. Die beiden geraten in nicht nur in einen Schlamassel, sondern stolpern quasi von Ereignis zu Ereignis, dass bei den beiden Spuren hinterlässt. Die Beziehung der beiden verändert sich im Verlauf des Roadtrips stetig, auch wenn die beiden sich dies selbst zunächst nicht zugestehen möchten.

Patterson schafft es einen durchgehenden Spannungsbogen aufrecht zu erhalten. Er hat eine sehr bildhafte Sprache, so dass man die Geschehnisse als real wahrnimmt. Er hat eine überaus turbulente und abwechslungsreiche Geschichte geschrieben, die immer wieder mit Überraschungen aufwarten kann.
Mit Axi und Robinson hat er auch durchaus interessante Charaktere geschaffen. Allerdings idealisiert er Robinson in meinen Augen zu sehr: Er findet immer schnell einen Draht zu den Menschen, wird scheinbar von allen gemocht und kann alles. Er wird irgendwie zu positiv dargestellt. Niemand kommt mit allen Menschen klar. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Gegenüber zunächst Misstrauen hat, erscheint mir höher.
Zwischendurch habe ich mich auch immer wieder gefragt, ob die beiden nicht eigentlich viel mehr Aufsehen erregen müssten, zumal die beiden ja noch nicht volljährig sind. Zwar kann man in den USA bereits mit 16 Jahren Autofahren. Aber es muss ja schon irgendwie auffallen, dass zwei Minderjährige so tagsüber durch die Gegend fahren, statt sich in der Schule aufzuhalten. Irgendwie scheint niemand dies so recht in Frage zu stellen. Allerdings tut dies dem Lesevergnügen auch nicht wirklich einen Abbruch.

Ich ahnte bereits zu Anfang, dass einer der beiden ein Geheimnis hütet. Allerdings hätte ich eher daran gedacht, dass Axi diejenige sein würde. Insbesondere, da der Roadtrip ihre Idee war und ich das Gefühl hatte, dass sie auf der "Flucht" vor irgendetwas wäre. Es stellt sich jedoch heraus, dass Robinson derjenige ist, der eigentlich auf der Flucht vor etwas ist.

Ab dem zweiten Drittel des Romans ahnt man bereits, wie der Roman enden wird. Der Roman kann mit einem durchaus emotionalen Ende aufwarten und die Gefühle der Beteiligten, insbesondere der von Axi, werden sehr gut herausgearbeitet.
Allerdings blieben meiner Meinung nach noch einige Ungereimtheiten offen, wie z.B. die Tatsache das Robinsons Eltern nicht Axis Vater benachrichtigen, als sie bei ihnen auftauchen, sondern sie einfach bei sich wohnen lassen. Sie sind ja selbst Eltern und können nachvollziehen, wie es ihm ergehen muss. Auch die Tatsache, dass Robinson nie seine Eltern erwähnt hat und dies in der Vergangenheit nie wirklich Thema zwischen Axi und Robinson war (außer kurz auf der Reise), finde ich ziemlich merkwürdig.
Das Ende wirkt für mich nicht ganz abgeschlossen, da Axi plötzlich wieder zu Hause ist und für sie alles wieder mehr oder weniger in geregelten Bahnen läuft. Mir wurde bis zum Ende nicht klar, warum Axi wirklich aus ihrem Leben Reißaus nehmen wollte. Zumal der ganze Trip Axis Idee war und sie keinen wirklichen Grund hatte. Klar, so wollte vielleicht nicht mehr nur das "Brave Mädchen" sein. Aber dies ist für mich nicht Grund genug Reißaus zu nehmen. So bleibt bei mir ein fader Beigeschmack haften.Meiner Meinung nach hätte Robinson derjenige sein müssen, der Axi zum Roadtrip anstiftet und nicht anders herum. So hätte der ganze Trip zumindest einen Sinn gemacht.

Generell war es aber durchaus eine spannende Geschichte, wenn man sich von den einigen Ungereimtheiten nicht beirren lässt.
Meine Erwartungen, die ich nach dem Lesen der Leseprobe hatte, wurden größtenteils erfüllt. Dies ist ein durchaus interessanter Roman, der mit einer Menge an Spannung und Dramatik aufwarten kann.
Auch wenn mich die ein oder andere Ungereimtheit schon ein wenig gestört hat, überwiegt bei mir ein durchaus positives Bild auf den Roman.

Da es ein durchaus interessanter Jugendroman ist, der selbst mich mit Mitte 30 noch fesseln konnte, bekommt er von mir 4 (von 5) Punkten.

1 Kommentar:

  1. Hallo bookish heart-dreams,

    eine tolle Rezension, die auch offen das anspricht, was nicht so stimmig war.
    Bei mir ist das Buch ja gar nicht solange her und daher kann ich deine aufgeführten
    Punkte sehr gut verstehen.

    Sonnige Wochenendgrüße,
    Hibi

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