[Rezension] "Nacht im Central Park" von Guillaume Musso

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Klappentext:
Alice und Gabriel wachen aneinandergefesselt auf einer Parkbank auf und haben keine Ahnung, wie sie in diese Situation geraten sind. Zumal sie sich nicht einmal kennen. In der Nacht zuvor ist Alice mit Freundinnen auf den Champs-Elysées ausgegangen, Gabriel hat in einem Club in Dublin Klavier gespielt.
Wie konnten sie in nur so kurzer Zeit nach Amerika gelangen? Wurden sie mit einem Privatjet entführt? Von wem stammen die Blutflecken auf Alice' T-Shirt? Warum trägt sie eine fremde Waffe, in der eine Kugel fehlt? Alice und Gabriel bleibt nichts anderes übrig, als gemeinsam herauszufinden, was passiert ist. Ihre Suche führt sie auf die Spur eines Serienmörders, der Alice schon einmal um ein Haar das Leben gekostet hätte und sie nun ein weiteres Mal bedroht. Doch auch Gabriel hat ein Geheimnis ...


Meine Meinung:
Da ich bereits einige Musso-Romane gelesen habe und sie fast alle gut fand, war ich, nachdem ich den Klappentext las, auf diesen natürlich auch gespannt. Allerdings muss ich gestehen, dass die Ernüchterung ein wenig beim Lesen kam, da dieser Roman bei weitem nicht an die anderen Bücher heranreicht.

Im Mittelpunkt der Handlung stehen Alice, französische Polizistin, und Gabriel, der anfangs vorgibt ein amerikanischer Pianist zu sein. Die beiden wachen aneinandergefesselt auf einer Parkbank im Central Park auf und können sich beide nicht erinnern wie sie dort hingekommen sind, zumal beide sich am Abend zuvor scheinbar noch tausende Meilen entfernt in unterschiedlichen Ländern befanden.
Die beiden versuchen nun zu ergründen, wie sie nach New York gekommen sind und was passiert ist. Dabei werden sie scheinbar verfolgt und stoßen immer wieder auf neue Ungereimtheiten.

Die Geschichte ist generell nicht schlecht, allerdings hapert es hier ein wenig an der Umsetzung. Die beiden Protagonisten rasen nur so durch die Handlung. Zwischendurch hatte ich das Gefühl Musso war nicht so ganz mit dem Herzen dabei. Bis zum Schluss war ich mir nicht sicher, was ich von diesem Roman halten soll. Von der Idee her ist es eine durchaus lesenswerte Geschichte, die jedoch durch eine meiner Meinung nach zu rasanten Erzählweise, eine wenig an Dramatik und damit auch an Spannung verliert. Dies ist auf jeden Fall eine unkonventionelle Geschichte, die manch einer eventuell auch als unrealistisch bezeichnen könnte. Aber immerhin ist dies reine Fiktion, weshalb ich hier dem Autor durchaus künstlerische Freiheit einräumen möchte. Die Handlung ist es auch nicht unbedingt, die mich gestört hat. Lediglich läuft mir diese nur einfach etwas zu schnell ab.
Des Weiteren hatte ich zwischendurch immer wieder leichte Probleme den unchronologischen Rückblicken von Alice zu folgen. Hier wäre ein wenig mehr Kontinuität von Vorteil gewesen.
Lediglich das interessante Ende entschädigt dann letztendlich für einiges.

Vielleicht liegt das minimierte Lesevergnügen auch daran, dass es diesem Roman ein wenig an Herz fehlt. Mit Alice hat Musso nicht unbedingt die beste Hauptfigur gewählt. Sie kam bei mir ziemlich unsympathisch und stellenweise auch ziemlich herzlos daher. Obwohl sie auch dunkle Geheimnisse hütet, scheint sie mit ihrer Vergangenheit größtenteils abgeschlossen zu haben. Ich hätte mir hier etwas mehr Sentimentalität gewünscht. Lediglich Gabriel wirkte auf mich echt, auch wenn er sich letztendlich nicht als der entpuppte, der er zu Beginn zu sein schien.

Ich denke, dass dies ein Musso-Roman ist, der bei jedem anders ankommt. Die einen werden ihn lieben, die anderen eher hassen. Ich für meinen Teil bereue es zwar nicht ihn gelesen zu haben. Jedoch hatte ich mir einfach mehr davon erhofft. Aber ich denke auch, dass sich jeder selbst sein Urteil bilden sollte.

Dies ist ein durchaus interessanter Roman, mit einer nicht ganz so sympathischen Hauptfigur, der es ein wenig an Menschlichkeit fehlt und einer Handlung, die manchmal zu sehr dahinrast. Hätte Musso sich mehr Zeit zum Verweilen genommen, wäre dies ein super Roman. So aber fand ich ihn eher durchschnittlich, weshalb er von mir 3 (von 5) Punkten bekommt.


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