[Rezension] "Ein Buchladen zum Verlieben" von Katarina Bivald

Klappentext:
Eigentlich will die schwedische Buchhändlerin Sara nur ihre 65-jährige Brieffreundin Amy besuchen. Doch als Sara in dem entlegenen Nest in Iowa ankommt, muss sie feststellen, dass Amy gestorben ist. Die skurrile Gruppe der Dorfbewohner nimmt Sara in ihrer Mitte auf. Bald sind sie ihr ans Herz gewachsen, nur ihre Liebe zu Büchern teilen sie nicht. Sara eröffnet kurzerhand eine Buchhandlung und siehe da: Über Umwege werden sogar Nicht-Leser zu Bücherwürmern. Selbst mit dem anfangs so verschlossenen Tom scheint es besser zu laufen. Als ihr Zwei-Monats-Visum abläuft, haben ihre neuen Freunde eine sehr verrückte Idee ...


Meine Meinung:
Dies ist mein erstes Hörbuch seit fast einem Jahr. Daher war ich gespannt, als ich es auf einem Bloggerportal als Rezensionsexemplar gewonnen habe.
Dieses Buch befand sich bereits seit längerem auf meiner Wunschliste, so dass ich mich gefreut habe, als ich es erhalten habe. Als ich dann anfing das Buch zu Hören (meistens auf dem Weg zur/von der Arbeit), hat mich das Buch sofort in seinen Bann gezogen. Auch wenn ich zugeben muss, dass ich einen Moment gebraucht habe, um mich auf die Stimme von Eva Gosciejewicz einzustimmen. Sie hat wirklich eine interessante und nette Stimme hat, allerdings fehlte mir anfangs ein wenig die Lebendigkeit in ihrer Stimme. Dies hat sich aber bereits nach wenigen Minuten gelegt.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht die junge Schwedin Sara, die in das kleine Örtchen Brokenville (ich hoffe ich habe den Namen richtig geschrieben) kommt, um ihre Brieffreundin Amy zu besuchen. Dort angekommen, muss sie jedoch feststellen, dass sie gestorben ist. Sara wird kurzerhand in Amys Haus einquartiert und die skurrilen Bewohner des kleinen Örtchens nehmen sie an die Hand. Schnell lebt Amy sich ein und verliebt sich in den Ort und seine Bewohner, so dass sie dort auf "Drängen" der Bewohner einen Buchladen eröffnet. Aber es kommt wie es kommen muss: Ihr Touristenvisum läuft ab und ihre neuen Freunde haben plötzlich eine extrem verrückte Idee.

Sara ist mir beim Hören total schnell ans Herz gewachsen, da sie ein Mensch mit Ecken und Kanten ist. Auch wenn sie oftmals ein wenig als "graue Maus" daherkommt, ahnt man sehr schnell, dass hinter dieser Fassade sehr viel mehr steckt. Die Art und Weise, wie sie den anderen Bewohnern des kleinen Örtchens begegnet, fand ich einfach nur herrlich.
Die einzelnen Bewohner treten alle relativ schnell auf den Plan und dies hat mich dadurch das ein oder andere Mal ein wenig durcheinander gebracht haben, da ich zunächst leichte Probleme hatte alle zu unterscheiden. Jedoch wurden nach und nach die einzelnen Figuren einzeln stärker in den Fokus gerückt, wodurch sie einzigartig wurden. Die Figuren sind so wundervoll skurril und schrullig, dass man sie entweder mag oder hasst. Aber selbst wenn man mit den Handlungen einzelner Figuren nicht ganz einverstanden ist, kann man ihr Tun nachvollziehen.

Ich habe beim Hören den ein oder anderen Lacher nicht unterdrücken können, da insbesondere die Vorurteile und Zwistigkeiten zwischen den Bewohnern Brokenvilles und denen des etwas größeren Nachbarstädtchens Hope die Geschichte immer wieder belebt und für Spannung sorgt.
Allerdings stagniert die Geschichte in der Mitte ein wenig und wirkt etwas in die Länge gezogen. Zwischendurch habe ich mir gedacht "Komm auf den Punkt". Hier hätte sich die Autorin ein wenig kürzer fassen können.
Das Ende entschädigt dann jedoch für die etwas in die Länge gezogene Mitte. Hier kann die Autorin mit einer durchaus interessanten Wendung aufweisen, die auch wenn sie im Grunde im Nachhinein betrachtet vorhersehbar ist, der Geschichte ein gutes und glaubhaftes Ende bieten kann.

Insgesamt betrachtet ist dies ein Roman, der die meiste Zeit eher leise daherkommt, unterbrochen von lustigen Spitzen, aber dennoch vollends überzeugen kann, Dies liegt zum Einen an den wunderbar einzigartigen und skurrilen Bewohnern des Ortes und der lebendigen Stimme der Sprecherin.
Mir hat dieses Hörbuch jedenfalls meine Arbeitswege versüßt. Daher bekommt es von mir 4 (von 5) Punkten.


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