[Rezension] "Zwei auf Umwegen" von Taylor Jenkins Reid


Klappentext:

Elfeinhalb Jahre lang waren Lauren und Ryan das perfekte Paar. Doch seit Lauren mit dem Hund häufiger spricht als mit ihrem Mann, kann sie die Wahrheit nicht mehr leugnen: Ihre Ehe steckt in einer tiefen Krise. Ein Jahr Trennung soll die Liebe zurückbringen. Sie vereinbaren nur eine Regel: kein Kontakt. Alles andere ist erlaubt. Unsicher, aber auch aufgeregt stürzt Lauren sich ins Leben … doch wird es sie wieder zu Ryan führen?


Meine Meinung:

Nachdem ich im Juni bereits "Neun Tage und ein Jahr" von der Autorin gelesen habe und den Roman sehr mochte, war ich auf diesen Roman natürlich sehr gespannt. Daher war ich glücklich, als ich den Roman als Rezensionsexemplar erhalten habe.
Mit diesem Roman ist der Autorin erneut ein toller Roman gelungen, den es sich wirklich lohnt zu lesen. Sie beweist, dass man auch mit eher leisen Tönen durchaus überzeugen kann. Dies ist nicht unbedingt ein Roman voller Dramatik. Er kommt stattdessen er warmherzig und sanft daher.

Dieser Roman erzählt von der erkalteten Liebe zwischen Lauren und Ryan, die nach elfeinhalb Jahren beschließen ein Trennungsjahr einzulegen. Sie wollen ein Jahr getrennt voneinander leben und quasi so tun, als ob es den anderen in ihrem Leben nicht mehr gibt.
Der Roman begleitet hauptsächlich Lauren innerhalb des Jahres. Eher zögerlich beginnt sie ein neues Leben zu beginnen, da sie das Singleleben schon lange nicht mehr gewohnt ist. Unterstützt wird sie von ihrer Familie (insbesondere ihre Schwester) und Freunden. Innerhalb dieses Jahres macht Lauren eine Wandlung durch und erkennt, dass nicht nur Ryan mit ihrem gemeinsamen Leben unzufrieden war. Am Ende heißt es für beide zu entscheiden, ob sie noch Gefühle für einander haben und ob ein gemeinsames Leben weiterhin möglich ist.
Zwischendurch erzählt der Roman nach und nach Laurens und Ryans Vorgeschichte, so dass man ein Gefühl dafür bekommen kann, was dazu geführt hat, dass die beiden sich voneinander entfremdet haben. Gerade diese Aufarbeitung der Vergangenheit sorgt meiner Ansicht nach dafür, dass man viele Reaktionen der Beiden in der Gegenwart nachvollziehen kann und sorgen des Weiteren für Glaubwürdigkeit.
Ryans Gefühle bzw. "Fortschritte" innerhalb des Jahres kommen während der Handlung immer wieder in Form von E-Mails, die er an Lauren schreibt, jedoch nicht abschickt, zur Sprache. Lauren liest diese jedoch heimlich, da sie noch sein Kennwort kennt und es zunächst nicht lassen kann, herausfinden zu wollen, was für ein Leben Ryan während ihrer Trennung lebt. Dabei erfährt sie leider nicht nur Gutes, was sie zum Einen immer wieder ein wenig zurückwirft, sie zum Anderen aber auch stärker macht.

Ich muss gestehen, dass ich Ryan zunächst regelrecht gehasst habe, als er verkündet, dass er Abstand von Lauren und ihrer gemeinsamen Beziehung benötigt. Er kommt zunächst ziemlich egoistisch und unglaubwürdig daher, Klar kam es auch zu Beginn des Romans zu einzelnen Spannungen. Allerdings waren diese meiner Meinung nach nicht so gravierend, dass man sich gleich trennt. Nach und nach ergibt Ryans Reaktion während des Romans jedoch einen Sinn.
Beide müssen während des getrennten Jahres erkennen, dass sie beide dazu beigetragen haben, dass es zu Spannungen kam. Für beide heißt es dann zu entscheiden, ob sie bereit sind sich wieder aufeinander einzulassen und was sie dafür bereit sind zu geben.

Man merkt beim Lesen, dass die Autorin die Charaktere wohldurchdacht hat, da sie wunderbar lebensnah und Figuren mit Ecken und Kanten sind. Insbesondere die Nebenfiguren, wie Laurens Oma, ihrem Bruder und ihrer Mutter, sind wunderbar eigensinnig und sorgen dadurch für Spannung.
Neben der Haupthandlung rund um Laurens und Ryans gescheiterte Beziehung beleuchtet die Autorin auch Laurens familiären Hintergrund, da ihre Vergangenheit im Grunde ein Spiegelbild ihrer Gegenwarthandlungen ist.

Insgesamt betrachtet ist dies ein wundervoller Roman, der mit eigensinnigen und willensstarken Charakteren aufwarten kann und vor allem durch sanfte, warmherzige Stimmung und durchgehend realistische Handlung überzeugen kann.
Da mir dieser Roman überaus gefallen hat, bekommt er von mir starke 4 (von 5) Punkte.


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