[Rezension] "The other girl - Du kannst niemals ganz entkommen" von Maggie Mitchell

Buchinformationen: (Quelle: http://www.ullsteinbuchverlage.de/)

Psychothriller
Klappenbroschur
384 Seiten
Originaltitel: Pretty is
Aus dem Amerikanischen übersetzt von Sybille Uplegger
ISBN-13 9783471351123
Erschienen: 26.02.2016
€ 14,99 [D] € 15,50 [A]


Autoreninfo: (Quelle: http://www.ullsteinbuchverlage.de/)

Maggie Mitchell unterrichtet englische Literatur an der Universität von West Georgia und lebt dort mit ihrem Ehemann und ihren Katzen. Sie hat bereits zahlreiche Kurzgeschichten in Literaturmagazinen veröffentlicht. „The other Girl“ ist ihr erster Roman.



Klappentext:

Lois und Carly May sind zwölf, als sie entführt und in einer abgelegenen Jagdhütte für zwei Monate eingesperrt werden. In diesem Sommer, unter dem wachsamen Blick des Entführers, gehen sie eine innige Freundschaft ein, die sie für immer verbinden wird. Aber nach ihrer Befreiung dürfen sie sich nicht mehr sehen und verlieren den Kontakt. Zwanzig Jahre später. Lois ist Professorin für Literatur und hat unter Pseudonym einen Roman über ihre Entführung geschrieben. Carly May kämpft in L. A. um Filmrollen und gegen den Alkohol. Bis sie ein Drehbuch in die Hände bekommt, das genau ihre Geschichte erzählt. Ihr wird die Rolle der Ermittlerin angeboten. Zufall? Es gibt nur eine Person, mit der sie jetzt sprechen will: Lois. Doch die ist nicht so leicht aufzuspüren. Nur eins ist deutlich: Die Vergangenheit ist nicht vorbei.


Meine Meinung;

Ich bin auf dieses Buch zunächst aufgrund des Covers und anschließend aufgrund des Klappentexts aufmerksam geworden, verspricht dieses doch einen ziemlich düsteren Psychothriller. 
Als ich die ersten Seiten las, dachte ich auch: OK, das wird bestimmt ein interessanter Roman. Allerdings muss ich sagen, dass die Ernüchterung dann ziemlich schnell kam. Dieser Roman hält leider nicht so ganz das, was Cover und Klappentext versprechen, Die Figuren blieben bis zum Schluss ziemlich blass und konnten zumindest mich nicht so recht überzeugen. 

Von der Geschichte her, ist dies kein schlechter Roman. Allerdings schöpft Maggie Mitchell dessen Potential nicht so richtig aus. Statt ihre Figuren richtige Ängste ausleben zu lassen, scheint es eher, als hätten die Geschehnisse in der Vergangenheit kaum Spuren bei ihnen hinterlassen. Zwar merkt man beim Lesen, dass die Ereignisse der Vergangenheit die beiden in ihrem Wesen verändert haben. Allerdings wirkten sie für weniger dadurch gekennzeichnet, sondern eher von ihrem familiären Umfeld und deren Umgang sowohl vor, als auch nach den Ereignissen. 

Des weiteren erzählt der Klappentext leider nicht ganz die Wahrheit. Von einer innigen Freundschaft konnte ich den gesamten Roman fast nichts spüren. Lediglich zum Schluss kommt so etwas wie tiefe Verbundenheit leicht zum Ausdruck. Stattdessen ist der Roman geprägt von Eifersüchten und Neid auf den jeweils anderen. 

Zwar wird zumindest Lois nicht nur in Form von Erinnerungen, sondern auch in physischer Form, von ihrer Vergangenheit eingeholt. Sie wird von einem ihrer Studenten gestalkt. Allerdings fehlte mir hier der echte Angstfaktor, den einen Psychothriller gewöhnlich ausmacht. Lois kommt sehr schnell hinter dessen Geheimnis, macht dann aber relativ wenig daraus. Selbst als Sean Ähnlichkeit mit dem Bösewicht Gary in ihrer Romanfortsetzung bekommt, wird sie zwar aufmerksam, ignoriert die Geschehnisse allerdings zunächst. 
Vieles in diesem Roman ist ziemlich vorhersehbar, wodurch er nur mit wenigen Überraschungen aufwarten kann. Man wartet die ganze Zeit auf einen richtig aufregenden Moment, der lässt aber leider bis zum Ende auf sich warten. Und selbst dann ist er genau so schnell vorbei, wie er gekommen ist. 

Der Roman hat beim Lesen mehr Fragen aufgeworfen, als er sie beantwortet hat: Wieso sind die Mädchen nie geflohen? Eine Frage, die selbst im Roman mehrfach aufgeworfen wird, jedoch nie wirklich beantwortet wird. Vielleicht fehlte mir die Vorstellungskraft, aber die Mädchen hatten genug Gelegenheiten! Wie ist ihr Entführer Zed auf sie aufmerksam geworden? Wie ist er tatsächlich gestorben? Zwar bietet der Roman im Verlauf der Handlung immer wieder Hinweise darauf, aber nie wird dies so ganz geklärt! Außerdem scheinen sowohl Lois als auch Carly teils unterschiedliche Sichtweisen auf die Ereignisse zu haben, die sich leider auch nicht wirklich ergänzten. 

Dies ist meiner Ansicht nach ein Roman, den man lesen kann, aber nicht zwingend muss. Solange man nicht meiner zu hohen Erwartungshaltung an den Roman ran geht, kann er teils sogar ein wenig Kurzweil bieten. 
Wer jedoch einen echten Thrillfaktor sucht, ist hier leider an der falschen Stelle. Dieser Roman ist dafür zu teilnahmslos erzählt. 

Alles in allem kann ich dem Roman dadurch leider nicht mehr als extrem schwache 3 (von 5) Punkte geben. 



Wer sich dennoch mal eine eigene Meinung über diesen Roman bilden möchte, findet hier eine Leseprobe.



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