[Rezension] "Tausend kleine Lügen" von Liane Moriarty

Buchinformationen: (Quelle: https://www.luebbe.de)

BASTEI LÜBBE
PAPERBACK
BEZIEHUNGSROMANE
496 SEITEN
ISBN: 978-3-404-17293-1
ERSTERSCHEINUNG: 14.01.2016


Autoreninfo: (Quelle: https://www.luebbe.de)

Liane Moriarty ist freischaffende Werbetexterin, die für ihre Kampagnen mehrfach ausgezeichnet wurde. Sie lebt mit ihrem Mann und ihrem kleinen Sohn in Sydney. Für ihren Debütroman "Drei Wünsche frei" erhielt sie den Fred Rush Convocation Prize. Der Roman platzierte sich auf Anhieb in den Top Ten der australischen Bestsellerliste und ist inzwischen in mehreren anderen Ländern erschienen. Auch ihr zweiter Roman "Ein Geschenk des Himmels" wurde ein Bestseller.


Klappentext:

Jane flieht vor ihrer Vergangenheit. Sie hat es seit der Geburt ihres Sohnes vor fünf Jahren nirgendwo länger ausgehalten. Nun ist sie im idyllischen australischen Küstenstädtchen Pirriwee gestrandet und hat das Gefühl, endlich angekommen zu sein. Schnell schließt sie Freundschaft mit der lebhaften Madeline und der wunderschönen Celeste. Doch plötzlich geraten die drei Frauen in den Strudel von dunklen Geheimnissen, Lügen und Intrigen. Als dann bei einem Elternschulfest ein Mann tödlich verunglückt, stellt sich die Frage: War es ein wirklich nur ein Unfall?


Meine Meinung:

Ich habe im vergangen Jahr "Das Geheimnis meines Mannes" von der Autorin gelesen und fand es sehr gelungen. Daher war meine Erwartungshaltung an diesen Roman verständlicherweise relativ hoch.
Als ich dann anfing zu lesen, hat mich der Roman mit seinen interessanten Charakteren auch direkt in seinen Bann gezogen. Man ist direkt mitten im Geschehen und wird von den Ereignissen mitgerissen, so dass man das Buch nur schwer aus der Hand legen mag.

Im Mittelpunkt des Geschehens stehen vor allem die junge Jane und die beiden Frauen Madeline und Celeste. Jane ist alleinerziehende Mutter eines fünfjährigen Sohnes, die am Kennlerntag der Schule auf die beiden anderen Mütter Madeline und Celeste trifft und sofort mit ihnen Freundschaft schließt.
Als Janes Sohn Ziggy beschuldigt wird gewalttätig zu sein, stellen sich Madeline und Celeste wie selbstverständlich auf ihre Seite und gemeinsam werden die drei Frauen daraufhin in einen Strudel voller Intrigen und Geheimnissen gezogen. Das ganze gipfelt letztendlich im Tod eines Mannes, der am Ende des Romans vollends aufgelöst wird.

Mir gefiel an diesem Roman unter anderem die Tatsache, dass man direkt zum Anfang des Romans erfährt, dass ein Mann stirbt. Man weiß jedoch bis zum Schluss nicht, wer dieser Mann ist und unter welchen Voraussetzungen er stirbt. Angeheizt werden die Gerüchte durch die angedeuteten Interviews durch eine Journalistin, die immer wieder am Anfang bzw. am Ende eines Kapitels einen kleinen Handlungsspielraum einnehmen. Dadurch werden die Gerüchte immer weiter angeheizt und man merkt wie gemein und intrigant manche Mütter in dieser Geschichte sind. Teils habe ich mich richtig über ihre Kommentare amüsiert, insbesondere da sie oftmals stereotyp waren. Aber gerade diese übertriebene Art, die einzelne Mütter an den Tag legten. hielt die Spannung aufrecht.

Jane ist mir während des Lesens total ans Herz gewachsen, was vor allem daran lag, dass sie total bodenständig ist. Sie wird zwar immer wieder auch von Selbstzweifeln geplagt. Allerdings merkt man sehr schnell, dass in ihrem Innern ein ziemlich selbstbewusster Mensch steckt, der leider durch ein grausames Ereignis oftmals im Verborgenen bleibt.
Mit Madeline und Celeste hatte ich an der ein oder anderen Stelle durchaus so meine Probleme. Dies meine ich nicht unbedingt im negativen Sinne. Manche ihrer Handlungen und Reaktionen waren für mich nicht immer nachvollziehbar. Insbesondere am Ende der Geschichte wirkten sie auf mich ein wenig unglaubwürdig, da sie jeweils einen plötzlichen Wandel vollziehen. Man merkt beim Lesen aber sehr schnell, warum Jane sich ihnen sehr schnell nahe fühlt und die drei mehr verbindet, als sie es auf den ersten Blick vermuten.

Dieses Buch ist gespickt von Intrigen. Man rutscht von einer Intrige in die nächste. Jedes Mal, wenn man denkt noch niederträchtiger können die Mütter nicht werden, wird man eines Besseren belehrt. Einerseits konnte ich die Gründe für soviel Niedertracht in diesem Roman voll nachvollziehen. Anderseits musste ich oftmals vor Unglauben allerdings auch den Kopf schütteln.
Dies ist in jedem Fall ein Roman, der einem beim Lesen nicht kalt lässt. Und auch wenn relativ klar ist, auf welche Seite der Mütter man sich zu stellen hält, fühlt man mit der anderen Fraktion mit und hasst sie zugleich.

Der Titel des Romans passt perfekt zu diesem Roman. Tausend kleine Lügen sind das, was die einzelnen Figuren erzählen, um nicht ihr wahres Ich zum Vorschein bringen zu müssen. Dieser Roman steckt voller teils dunkler Geheimnisse, die alle nach und nach gelüftet werden.
Auch wenn dieser Roman stellenweise ein wenig vorhersehbar ist, tut dies dem Lesevergnügen keinen Abbruch, da die Ruchlosigkeit mancher Figuren und ihre Auswirkungen auf die Handlung den Spannungsbogen aufrecht erhalten.

Insgesamt betrachtet ist dies ein toller Roman, der von den starken Charakteren und ihren Intrigen lebt. Dieser Buch bekommt daher von mir starke 4 (von 5) Punkte!



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