[Rezension] "Miss you" von Kate Eberlen

Buchinformationen: (Quelle: https://www.randomhouse.de)

Aus dem Englischen von Stefanie Fahrner, Babette Schröder
Originaltitel: Miss You
Originalverlag: Pan Macmillan/Mantle
Paperback, Klappenbroschur, 576 Seiten, 13,5 x 20,6 cm
ISBN: 978-3-453-29183-6
€ 14,99 [D] | € 15,50 [A] | CHF 20,50* (* empfohlener Verkaufspreis)
Verlag: Diana
Erschienen: 29.08.2016

Autoreninfo: (Quelle: https://www.randomhouse.de)

Kate Eberlen wuchs in einer Kleinstadt in der Nähe von London auf und verbrachte ihre Kindheit damit, zu lesen und sich in fremde Welten zu träumen. Nach ihrem Studium der klassischen Philologie hatte sie mehrere Jobs in der Verlags- und Medienbranche. Heute lehrt sie Englisch als Fremdsprache und verbringt so viel Zeit wie möglich in ihrem Sehnsuchtsland Italien. Kate Eberlen ist verheiratet und hat einen Sohn.


Klappentext:

Was, wenn du deine große Liebe immer ganz knapp verpasst?

Eine Sekunde lang treffen sich ihre Blicke, doch bevor sie sich anlächeln oder ein paar Worte wechseln können, ist der Moment schon wieder vorbei. Von da an beginnt für Tess und Gus eine Reise, die sich Leben nennt. Große und kleine Augenblicke warten auf sie, Kummer und Freude. Doch beide ahnen, dass sie Wege gehen, die nicht glücklich machen. Weil ihnen das Entscheidende fehlt. Was sie nicht wissen: Tess und Gus sind perfekt füreinander, und obwohl sie sich längst begegnet sind, haben sie es nicht bemerkt. Wann ist der alles entscheidende Moment für die große Liebe endlich da?


Meine Meinung:

Dieses Buch war mir bereits in der Buchhandlung aufgefallen und sein Klappentext überaus interessant klingt. Daher war ich auch sehr glücklich, als ich das Buch als Rezensionsexemplar erhielt.
Als ich anfing zu lesen kam jedoch ein wenig die Ernüchterung, da das Buch nicht so ganz das hielt, was ich mir davon versprochen hatte. Ich war eingestellt, auf eine wunderschöne Liebesgeschichte, stattdessen ist es aber eher ein parallel verlaufende Lebengeschichte, die leider nicht mal besonders originell ist.
Der Geschichte fehlt es leider an echter Dramatik und Spannung. Von der Idee her, ist dies ein toller Roman. Allerdings hapert es ein wenig an der Umsetzung: Angefangen von den Charakteren, die mit ihrer meistens negativen Grundhaltung leider mehr nerven, als dass man sich ihnen nahe fühlt, bis hin zur Handlung die oftmals stagniert und dann plötzlich große Zeitfenster überspringt.
Mir fehlten die richtigen Gefühlsmomente, die leider bis fast zum Schluss ausbleiben. Lediglich auf den letzten Seiten spürt man so etwas wie Liebe.

Tess und Gus haben beide gerade die Schule beendet und verbringen vor Beginn der Uni einen Urlaub in Italien. Dort begegnen sie sich kurz, verlieren sich dann allerdings aus den Augen. Und es dauert Jahre, bis sie sich wiedersehen bzw. erkennen. Ich hätte mir mehr erhofft, als nur ca. fünf flüchtige Begegnungen zwischendurch, bei denen sie sich zum Einen nicht mal richtig begegnen und zum Anderen auch nicht wiedererkennen. Am Ende treffen sie plötzlich wieder aufeinander und erkennen sich nach Jahren wieder?! Das kommt meiner Meinung zu spät und wirkt auch ziemlich unrealistisch.
Sowohl Gus, als auch Tess sind höchst unglücklich mit ihrem Leben, machen aber irgendwie ständig andere dafür verantwortlich. Das Leben verläuft nicht so, wie sie es sich erträumt haben. Jetzt könnte man meinen, dass sie sich irgendwann mit den Gegebenheiten arrangieren. Aber dem ist leider nicht so. Beide malen vieles schwarz und geben ziemlich widerstandslos ihre Träume auf, nur um sie plötzlich am Ende auszuleben.

Generell lässt sich das Buch leicht und flüssig lesen. Nur leider sorgen die mangelnde Dramatik und die negativen Hauptfiguren für keinerlei Spannung. Dieses Buch hat gutes Potential, welches nur leider nicht ausgeschöpft wird.
Einzelne Abschnitte hätten entweder komplett gestrafft oder sogar gestrichen werden, um anderen Aspekten mehr Raum geben zu können. Die Sprünge zwischen den Jahren sind anfangs nur minimal, werden aber im Verlauf immer drastischer, so dass ein wenig das Gefühl erweckt wird, dass die Autorin zum Ende kommen wollte.

Ich habe lange überlegt, wie viele Punkte ich diesem Roman geben kann. Von der Idee her und dem flüssigen Schreibstil der Autorin her ist das Buch OK. Allerdings fehlt es ihm gleichzeitig auch noch an Einigem! Daher kann ich dem Buch leider nicht mehr als starke 2 (von 5) Punkte geben.

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