[Rezension] "Die Perlenfrauen" von Katie Agnew

Buchinformationen: (Quelle: https://www.randomhouse.de)

Aus dem Englischen von Jens Plassmann
Originaltitel: The Inheritance
Originalverlag: Orion
Taschenbuch, Klappenbroschur, 560 Seiten, 12,5 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-453-42029-8
€ 9,99 [D] | € 10,30 [A] | CHF 13,90* (* empfohlener Verkaufspreis)
Verlag: Heyne
Erschienen: 13.02.2017


Autoreninfo: (Quelle: https://www.randomhouse.de)

Katie Agnew wurde in Edinburgh geboren. Sie arbeitete lange Zeit als Journalistin für Marie Claire, Cosmopolitan, Red und die Daily Mail, bevor sie sich ganz dem Schreiben von Romanen widmete. Katie lebt mit ihrer Familie in Bath.



Klappentext:

Zu ihrem 18. Geburtstag bekam die Schauspielerin Tilly Beaumont 1947 eine atemberaubend schöne Halskette geschenkt. Das Schmuckstück begleitete sie durch ihre ruhmreiche Karriere hindurch und zierte ihren Hals auf den glamourösesten Partys – bis sie auf einmal spurlos verschwand. Jahre später bittet Tilly ihr Enkelin Sophia, die Kette zu finden. Sophia hat gerade schmerzlich erfahren, dass man mit gutem Aussehen und dolce vita allein keine Rechnungen bezahlen kann. Die wertvolle Perlenkette könnte nun einige ihrer Probleme lösen. Aber was sind die eigentlichen Gründe für Tillys Auftrag? Und wie soll Sophia ein Erbstück finden, das sie noch nie gesehen hat?


Meine Meinung:

Ich habe „Die Perlenfrauen“ als Rezensionsexemplar zugeschickt bekommen. Ich war einerseits neugierig auf das Buch, da mich der Klappentext angesprochen hat. Andererseits hatte ich die Befürchtung, dass dieser Roman, wie bereits die letzten Reziexemplare, die ich zuvor gelesen habe, meine Erwartungen nicht erfüllen würde.
Als ich anfing zu lesen, war ich angenehm überrascht, da der Roman mich sofort in seinen Bann zog. Auf den ersten Seiten dachte ich zunächst noch „ohh, ein Chicklit“, obwohl das Cover und der Klappentext etwas anderes vermuten lassen. Nach kurzer Zeit stellte ich dann aber fest, dass der erste Eindruck dieses Buches sehr täuscht. Vielmehr ist es ein Roman rund um alte Familiengeheimnisse, die in unterschiedlichen Handlungsträngen ablaufen und am Ende dann zusammenlaufen und so ein perfektes Ganzes bilden.

Im Mittelpunkt des Geschehens steht die junge Sophia, die sich von ihren wohlhabenden Eltern im Streit entfernt hat, und die von ihrer im sterbenden liegenden Großmutter, der Schauspielerin Tilly Beaumont gebeten wird, eine verlorengegangene Perlenkette wiederzufinden. Unterstützung kann sie hier von ihren Eltern nicht erfahren, da diese sie direkt der Erbschleicherei verdächtigen. Der einzige, der ihr zunächst zur Seite steht ist ihr schwuler Freund und Mitbewohner Hugo.
Die weitere Nebenhandlung nehmen der Amerikaner Dominik, der gerade aus Equador gekommen ist und von seiner Frau verlassen wurde, und der Japanerin Aiko ein.

Schritt für Schritt wird nicht nur der Verbleib der Perlenkette aufgedeckt, sondern auch deren emotionalen Wert offenbart. Sophia, die am Anfang des Romans noch sehr oberflächlich und tussyhaft daherkommt, macht im Laufe ihrer Suche eine Wandlung durch. Sie entwickelt sie zu dem Menschen, der schon immer in ihr steckte, jedoch aus Verletzlichkeit nie zum Vorschein kam.
Im Laufe der Handlung werden immer neue, teils dunkle Geheimnisse aufgedeckt, die nicht nur einen neuen Blickwinkel auf die Geschehnisse werfen, sondern auch das Verhalten einzelner Charaktere erklären.

Ich habe es genossen, diesen Roman gelesen zu haben, da er eine perfekte Verbindung zwischen der Vergangenheit und Gegenwart schafft. Die Autorin schaff es mit einfachen, aber auch eindrucksvollen Worten, Gefühle aufleben zu lassen, die manchmal leise, manchmal aber auch sehr emotional daherkommen. Es fällt einem schwer das Buch aus der Hand zu legen, so sehr ist man auf weitere Geheimnisse gespannt.
Es fällt einem leicht sich in die Figuren hineinzuversetzen, wenngleich man nicht mit allen ihren Handlungen einverstanden ist. Man hasst oder liebt die einzelnen Figuren in diesem Roman. Es ist für jeden Geschmack die richtige Figur dabei. Ich für meinen Teil habe mich beim Lesen in Dominik verliebt, was insbesondere daran lag, dass er total bodenständig war und einen großen Gerechtigkeitssinn besitzt. Bei Sophia war ich mir zunächst unsicher, ob ich sie mag oder nicht. Aber durch ihren Wandel, der sich bei ihr im Laufe des Romans vollzieht, lernt man sie besser kennen und erkennt, dass sie zusammen mit Tilly, die insbesondere in der Vergangenheit zu überzeugen weiß, die interessanteste und schillernste Figur des Romans ist.

Dies ist ein überaus interessanter Roman rund um alte Familiengeheimnisse, bei dem lediglich das Ende ein wenig überstürzt kommt!

Note: 2+


Wer nun neugierig geworden ist, findet hier eine *Leseprobe*

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