[Rezension] "Mein Herz ist eine Insel" von Anne Sanders

Buchinformationen: (Quelle: https://www.randomhouse.de

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Paperback, Klappenbroschur
ISBN: 978-3-7645-0593-6
Erscheint: 27.03.2017


Autoreninfo: (Quelle: https://www.randomhouse.de

Anne Sanders lebt in München und arbeitet als Autorin und Journalistin. Zu schreiben begann sie bei der Süddeutschen Zeitung. Als Schriftstellerin veröffentlichte sie unter anderem Namen bereits erfolgreich Romane für jugendliche Leser. Die Küste Cornwalls begeisterte Anne Sanders auf einer Reise so sehr, dass sie spontan beschloss, ihren Roman Sommer in St. Ives dort spielen zu lassen. Dieser eroberte die Herzen der Leserinnen und war wochenlang auf der Spiegel-Bestsellerliste.


Klappentext:

Der neue Sommer-Wohlfühlroman von Bestsellerautorin Anne Sanders – charmant, witzig und mit ganz viel Herz!

Isla Grant ging es schon mal besser. Ohne Wohnung und ohne Job bleibt ihr keine andere Wahl, als nach Hause zurückzukehren, nach Bailevar, eine winzige Insel an der rauen Westküste Schottlands. Und das, obwohl sie kaum Kontakt zu ihrer Familie hat. Als sie auch noch ausgerechnet ihre Jugendliebe Finn wiedertrifft, sind alle unliebsamen Erinnerungen zurück. Ihr einziger Lichtblick ist die alte Dame Shona, die wie keine andere Geschichten erzählt, besonders gern die Legende von der verschwundenen Insel. Doch schon bald erkennt Isla, welch tragisches Geheimnis Shona zu verbergen versucht. Und auch ihre eigene Vergangenheit holt Isla unaufhaltsam ein …


Meine Meinung:

Ich bin auf das Buch aufgrund seines Covers und seines Klappentextes aufmerksam geworden. Ich habe im letzten Jahr bereits „Sommer in St. Ives“ von der Autorin gelesen und fand es ziemlich gelungen. Daher befand sich diese Buch auch auf meiner Wunschliste und ich war glücklich, als ich es als Rezensionsexemplar erhielt.
Als ich anfing zu lesen, war ich allerdings zunächst ein wenig enttäuscht, da ich starke Probleme mit Isla hatte. Sie war meiner Meinung nach anfangs ein wenig zu selbstverliebt und egoistisch. Sie bemitleidet sich die Ganze Zeit nur selbst und wiederholt ständig wie schrecklich sie die Insel und seine Bewohner findet. Das raue Wetter tat dann noch sein übriges, so dass zunächst bei mir keine echte Stimmung aufkommen wollte. Zum Glück wandelte es sich nach einer Weile dann doch noch, so dass ich die Möglichkeit hatte tief in die Geschichte einzutauchen.
Von den Charakteren haben mir Finn und seine Großtante Shona am Besten gefallen.
Finn ist ein sehr intelligenter und gut aussehender Mann, der sich jedoch nichts darauf einbildet. Er ist ein sehr bodenständiger Typ, der ein großen Gemeinschaftssinn besitzt. Finn war als Kind und Jugendlicher eng mit Isla befreundet, bis sie ihn und auch alle anderen plötzlich verließ. Deswegen ist er zunächst auch misstrauisch, als er sie wiedersieht, spürt aber gleichzeitig auch alte Gefühle in sich aufkommen.
Shona ist so etwas wie die gute Seele der Insel. Ihr Wort scheint Gesetz zu sein, auch wenn sie dies nicht mit Macht hervorbringt, sondern stattdessen immer heimlich in die Angelegenheiten der Inselbewohner und insbesondere bei Isla und Finn einmischt.

Dies ist ein Roman, der vor allem von dem rauen Charme der schottischen Insel lebt. Wobei ich hier gleichzeitig auch die Kritik anbringen muss, dass das Cover nicht die Stimmung des Romans wiederspiegelt. Wenn man nach dem Cover geht, müsste dies eher ein Roman sein, der im Sommer an der amerikanischen Ostküste spielt. Hier wäre ein etwas „realistischeres“ Cover von Vorteil, um Enttäuschungen vorzubeugen.
Wenn man vom fehlerhaften Cover mal absieht, ist dies ein Roman, bei dem man sich in die Insel verliebt. Selbst wenn das Wetter nicht immer so mitspielt und die Charaktere auch mal ein wenig darunter leiden müssen, sorgt gerade dieser urige Charme der Insel, dass die Geschehnisse real wirken. Nichts wirkt gekünstelt, sondern spielt die Wirklichkeit wieder.
Anne Sanders schafft es mit einer sehr eingehenden Bildsprache, dass man das Gefühl live vor Ort zu sein und ein stiller Beobachter zu sein. Indem sie die Geschehnisse abwechselnd von Isla und Finn berichten lässt, bekommt man nicht nur einen tiefen Einblick in die beiden Hauptfiguren, die durchaus vielschichtig sind. Viel mehr gelingt es Anne Sanders dadurch die Ereignisse von verschiedenen Blickwinkeln zu beleuchten, wodurch jeder sich sein eigenes Bild machen und eigene Schlüsse für sich ziehen kann.

Des Weiteren ist dies ein Roman voller Geheimnisse. Man versucht zum Einen zu ergründen, was der geheimnisvolle Tourist, der immer wieder Fragen über die Insel und seine Bewohner stellt und gleichzeitig auch noch mit Isla anbandelt (und Finn damit zur Weißglut bringt) beabsichtigt. Zum Anderen möchte man wissen, warum Isla die verbitterte Person ist, zu der sie geworden ist. Immer wieder werden alte Geschichten und Geheimnisse hervorgekramt, die alles letztendlich zu einem tollen Ganzen zusammenführen.
Gleichzeitig sorgt die geheimnisvolle Geschichte zur Insel, die immer wieder mit einzelnen Kapiteln in die Gesamthandlung mit eingewoben wird, dass sich alles letztendlich prima fügt und einen Sinn ergibt.

Insgesamt ist dies ein toller Roman, der zwar schwach und ziemlich missmutig startet, dann jedoch durch den eigenwilligen Charme der Insel und seiner Bewohner überzeugt.
Letztendlich habe ich diesen Roman wahrlich genossen und kann eine Leseempfehlung für alle aussprechen, die Bücher mit rauem Charme mögen und auf eine Menge an Gefühlen, Gemeinschaftssinn und dunklen Geheimnissen stehen!

Note: 2-

Wer nun neugierig geworden ist, findet hier eine *Leseprobe* 


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